VIERZWO hätte heute auch eine Agentur sein können.
Webseiten. Branding. Kampagnen. Content. Social Media. Vielleicht noch Performance Marketing dazu.
Viele dieser Dinge habe ich selbst gemacht. Für andere habe ich mit Freelancern und Spezialisten zusammengearbeitet. Es wäre also durchaus möglich gewesen, daraus immer weiter ein breites Dienstleistungsangebot zu bauen.
Genau das habe ich irgendwann bewusst nicht getan.
Denn mit der Zeit wurde mir klar: Meine stärkste Rolle liegt nicht darin, möglichst viele Dinge selbst anzubieten.
Sondern darin, die richtigen Menschen, Perspektiven und Entscheidungen zusammenzubringen.
Angefangen hat es nicht mit Beratung
Der Ursprung von VIERZWO liegt in DEADLAKE APPAREL.
Dabei ging es nie nur darum, Kleidung zu verkaufen. Die Idee war von Anfang an künstlerischer und gemeinschaftlicher gedacht: Menschen mit unterschiedlichen kreativen Perspektiven zusammenzubringen, Motive und Gedanken zu teilen und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Unter dem Leitmotiv „Schattenseiten des Bodensees“ richtete sich der Blick bewusst nicht auf die touristische Hochglanzseite der Region. Mich interessierten die anderen Bilder und Geschichten: eigenwilliger, dunkler, manchmal ironischer – und immer mit einem klaren Bezug zu dem Ort, an dem die Marke entstanden ist.
Gestaltung war dabei nicht bloß Dekoration auf einem Produkt. Sie war der eigentliche Ausgangspunkt.
Ein gutes Beispiel dafür war „DROWN IN LOVE“ – eine Anspielung auf „Die Fischerin vom Bodensee“. Statt das bekannte Motiv einfach zu zitieren, wurde es in die Bildwelt von DEADLAKE übersetzt.


Solche Arbeiten zeigen rückblickend ziemlich gut, worum es damals ging: nicht einfach um Merchandising, sondern um Motive, Referenzen, Atmosphäre und eine Idee, die gemeinsam weitergedacht werden konnte.
Und genau darin steckt bereits etwas, das bis heute geblieben ist.
Eine Idee muss so klar sein, dass andere Menschen daran mitarbeiten können. Und aus unterschiedlichen Beiträgen muss am Ende trotzdem etwas entstehen, das zusammenpasst.
Auch das heutige VIERZWO-Zeichen trägt diese Herkunft in sich
Die Verbindung zwischen DEADLAKE und VIERZWO ist nicht nur inhaltlich.
Auch das heutige VIERZWO-Logo ist aus dieser gestalterischen Herkunft heraus entstanden. Das Zeichen wurde weiterentwickelt, abstrahiert und in einen neuen Markenkontext überführt – seine Wurzeln liegen aber in derselben visuellen Welt.
Für mich ist das wichtig, weil es die Entwicklung ganz gut beschreibt.
VIERZWO ist heute etwas anderes als DEADLAKE APPAREL.
Aber es ist kein künstlicher Neustart.
Die Marke hat sich weiterentwickelt – genauso wie meine Rolle.
Aus einer Marke wurde ein Netzwerk
Als DEADLAKE als Produktmarke in den Hintergrund trat, blieb die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen bestehen.
Unter VIERZWO entstanden Projekte aus Branding, Gestaltung, Marketing, Web und digitalen Themen. Je nach Aufgabe kamen andere Freelancer und Spezialisten dazu.
Design. Entwicklung. Fotografie. Text. Technik.
Ich habe dabei selbst umgesetzt – aber zunehmend auch koordiniert, übersetzt und zusammengeführt.
Und genau diese Phase war wichtig.
Denn sie hat mir gezeigt, dass gute Zusammenarbeit nicht daraus entsteht, möglichst viele Kompetenzen in einer Person zu vereinen.
Sie entsteht dann, wenn klar ist,
- welches Problem gelöst werden soll,
- welche Kompetenz dafür tatsächlich gebraucht wird,
- wer welche Verantwortung übernimmt,
- wie unterschiedliche Perspektiven zusammenpassen
- und wer am Ende das Gesamtbild im Blick behält.
Das kreative Netzwerk war damit rückblickend weniger ein klassisches Agenturmodell als eine Zwischenstufe.
Vom eigenen Produkt hin zu einer Rolle, in der das Zusammenbringen von Spezialisten immer wichtiger wurde.
Breite Erfahrung ist wertvoll. Ein breites Leistungsangebot nicht automatisch.
Lange Zeit erschien es logisch, aus diesen Fähigkeiten ein möglichst breites Angebot zu machen.
Branding. Marketing. Web. Digital.
Je mehr man kann, desto mehr kann man schließlich anbieten.
Heute sehe ich das anders.
Denn es gibt einen Unterschied zwischen etwas verstehen und es als eigene Spezialleistung verkaufen zu müssen.
Ich muss kein Entwickler sein, um technische Abhängigkeiten beurteilen zu können.
Ich muss kein UX-Designer sein, um hinterfragen zu können, ob eine Nutzerführung das eigentliche Problem löst.
Ich muss kein Tracking-Spezialist sein, um zu erkennen, dass Messkonzept, Consent und technische Implementierung nicht zusammenpassen.
Und ich muss keine Agentur betreiben, um beurteilen zu können, ob ein Agenturvorschlag zu den Zielen des Auftraggebers passt.
Im Gegenteil.
Gerade weil ich diese Leistungen nicht verkaufen muss, kann ich sie unabhängiger einordnen.
Die interessantesten Probleme lagen irgendwann dazwischen
Je mehr digitale Produkte und Projekte ich auf Unternehmensseite begleitet habe, desto deutlicher wurde ein Muster.
Die schwierigsten Probleme lagen selten ausschließlich im Design.
Oder ausschließlich in der Technik.
Oder ausschließlich im Marketing.
Sie lagen zwischen den Disziplinen.
Eine fachliche Anforderung wurde zu früh als technische Lösung formuliert.
Eine Agentur optimierte innerhalb ihres Auftrags, während niemand das Gesamtprodukt betrachtete.
Marketing wollte etwas ermöglichen, das technisch erhebliche Folgewirkungen hatte.
Ein Dienstleister empfahl eine Lösung, aber auf Unternehmensseite fehlte die Sicherheit, sie wirklich beurteilen zu können.
Alle Beteiligten konnten ihren jeweiligen Bereich beherrschen – und trotzdem fehlte etwas.
Jemand auf Auftraggeberseite, der die Perspektiven zusammenführt.
Genau dort wurde meine heutige Rolle immer klarer.
Deshalb beschäftigt mich auch die Frage, wer auf Kundenseite eigentlich beurteilt, ob das Richtige gebaut wird.
Deshalb bietet VIERZWO heute bewusst weniger an
VIERZWO ist heute keine klassische Digitalagentur.
Ich entwickle nicht deine komplette Webseite. Ich übernehme nicht deine Social-Media-Kanäle. Ich gestalte nicht dein neues Logo und betreibe auch keine dauerhafte Performance-Marketing-Betreuung.
Nicht, weil diese Disziplinen unwichtig wären.
Sondern weil gute Spezialisten sie besser können.
Meine Aufgabe beginnt eine Ebene darüber.
Was ist eigentlich das Problem?
Was soll erreicht werden?
Welche Anforderungen sind tatsächlich notwendig?
Welche Empfehlung eines Dienstleisters ist sinnvoll?
Welche Abhängigkeiten werden gerade übersehen?
Und wer sorgt dafür, dass Business, Marketing, Technik und externe Partner an derselben Sache arbeiten?
Das ist die Rolle, auf die sich VIERZWO heute konzentriert.
Verstehen. Entscheiden. Steuern. Absichern.
Dabei hilft es, Anforderungen und Lösungen bewusst voneinander zu trennen – und Agentursteuerung nicht mit dem bloßen Weiterleiten von Tickets zu verwechseln.
Spezialisierung bedeutet für mich nicht weniger Breite
Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.
Ich profitiere heute davon, viele unterschiedliche Bereiche kennengelernt zu haben.
Von eigenen Produkten und Marken über Marketing und E-Commerce bis zu Webseiten, Tracking, Payments, Schnittstellen und digitalen Plattformen.
Aber diese Breite ist heute kein Produktkatalog mehr.
Sie ist mein Werkzeug, um Zusammenhänge schneller zu verstehen.
Die Spezialisten dürfen Spezialisten bleiben.
Und ich kann mich auf das konzentrieren, was mir am meisten liegt:
dafür zu sorgen, dass auf Auftraggeberseite jemand das Gesamtbild behält.
Das ist aus meiner Sicht auch die eigentliche Entwicklung von VIERZWO.
Nicht von vielen Leistungen zu wenigen.
Sondern von Umsetzung zu Verantwortung.
VIERZWO heute
Aus dieser Entwicklung ist meine heutige Rolle als Digital Product & Project Partner entstanden.
Auf der VIERZWO-Seite erzähle ich mehr über meine Perspektive und Arbeitsweise. Wenn du wissen möchtest, wie daraus eine konkrete Zusammenarbeit wird, findest du unter Leistungen die verschiedenen Einstiegspunkte – von der unabhängigen Zweitmeinung bis zur laufenden Steuerung auf Auftraggeberseite.